Solarteam BvSG Zurueck

Aus Neu-Ulmer Zeitung vom 5. Juli 2001




Sonnenenergie zum greifen nah

Das Bertha-von-Suttner-Gymnasium feiert die Fertigstellung seines Solarhauses

Für das Pfuhler Bertha-von-Suttner-Gymnasium (BVSG) wurde eine Idee von Oberstudienrätin Margit Fluch vom Juli 1999 wahrhaft zum Segen. Das Gymnasium ist auf dem besten Wege zu einer echten ?Solarschule? zu werden, gerade so, wie es der Wunsch des Rektors Dr. Peter Granzow ist. Am Dienstagnachmittag wurde nämlich die Fertigstellung des sogenannten Solarhauses gefeiert.

Mit Hilfe der Sonne Strom zu erzeugen, ist zwar wirklich nichts Neues mehr, doch meist sind die sogenannten Photovoltaikzellen irgendwo auf den Dächern von Häusern angebracht. Sie können weder berührt werden, noch merkt man, dass so ein Wunderwerk der Technik keinen Lärm macht und auch keine schädlichen Abgase produziert.

Faszinierend

Ein unscheinbares kleines schwarzes Ding macht aus Sonne Strom. "Ist das nicht faszinierend?", fragte Professor Achim Bubenzer von der Fachhochschule Ulm die Gäste bei der Einweihung.

Im BVSG ist darum innerhalb von zwei Schuljahren ein richtiges Solarhaus entstanden. In ihm können die Schüler die: Stromproduktion hautnah erleben. Sie bekommen, dadurch einen ganz anderen Bezug zum Thema Sonnen-energie. In ihrer Freizeit und ganz und gar freiwillig haben acht Schüler im "Solarteam" mitgebaut und mitgeplant, damit ihre Schule dieses Solarhaus bekommt. Der Bazillus des Energiesparens, der Schonung der Ressourcen und der Schutz der Umwelt hatte die Jugendlichen gepackt.

Dabei hatten sie zusammen, mit ihrer Lehrerin manche Widerstände zu überwinden. Sogar geharnischte und gepfefferte Briefe wurden nach München an die zuständigen Ministerien geschrieben. Und es hat gefruchtet. Es durfte gebaut werden.

Unterstützung

Großzügig unterstützt und beraten wurde das "Solarteam", von der Fachhochschule Ulm und der UNW, dem Ulmer Initiativkreis nachhaltige Wirtschaftsentwicklung. So kamen am Ende dann doch die 150 000 Mark zusammen, die notwendig waren, um die 1600-Kilowatt-Anlage installieren zu können und ein kleines Gartenhäuschen noch dazu zu bauen.

Mit dem Solarhaus, ist aber noch nicht das Ende des ökologischen Umbaus des BvSG geschafft. So soll zukünftig die Sonne und die Energiegewinnung daraus verstärkt in den Lehrplan und den Unterricht aller Klassen und die unterschiedlichen Fächer einfließen. Ob im Kunstunterricht, im Werken, oder in Physik und Mathematik. Überall lässt sich das Thema exzellent verwerten. Und dann, ist Rektor Granzow überzeugt, wird aus seinem Gymnasium wirklich eine Solarschule. Wobei die Schüler dann als Multiplikatoren auch ihre Eltern, Verwandten und Freunde zu Hause, beeinflussen sollen, damit Energiesparen und Umweltschutz eine, breite Basis bekommt.

Neu Ulms Oberbürgermeisterin Dr. Beate Merk bezeichnete die Einstellung und das Engagement am Pfuhler Gymnasium zur Umwelt als vorbildlich. "Wir sind dabei beim Energiesparen, bei neuen Wegen der Energiegewinnung", lautet nach ihrer Erkenntnis dort das entsprechende Credo. Und durch die Auseinandersetzung mit dem Thema Energiegewinnung und Photovoltaik und die vielfältigen Schwierigkeiten der Umsetzung, sei quasi als Nebenprodukt des Projekts "demokratisches Handeln eine Bewusstseinserweiterung und die Bildung von Teamgeist herausgekommen".

Viel gelernt

Auch Margit Fluch sieht neben den nun gewonnenen Erkenntnissen über Solarstrom und Energiesparen während des Projekts eines ganz deutlich "Wir haben gegenseitig viel voneinander gelernt", sagte sie zu den acht Schülern des Projektes. "Ihr ward das Beste, was mir als Lehrerin passieren konnte und ihr habt wirklich Großartiges geleistet". Ihr, das sind in diesem Fall Sabine Sorger (10 Klasse), Carolin Ernst (11 Klasse), Robert Arnold (Klasse 12), Markus Ernst (Klasse 12), Susanne Gutmann (Klasse 12), Thomas Träger (Klasse 12) und Lennhart Windhorst (Klasse 12).




Martin Fluch (Webmaster)
Last modified: Thu Feb 14 09:49:50 EET 2002
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